Glaubwürdigkeit?

Zunächst einmal: Zu einem Baby kann man den Eltern nur von Herzen gratulieren. Jedes Kind ist ein Geschenk.
Doch unabhängig davon stellt sich für viele die Frage nach der politischen Glaubwürdigkeit. Die CDU hat sich gegen die Leihmutterschaft ausgesprochen, da Mutter und Kind nicht zur Ware gemacht werden dürfen. Dennoch haben Jens Spahn und sein Ehemann den Weg über eine Leihmutter in den USA gewählt.
Was ich persönlich nicht verstehe: In Deutschland warten viele Kinder auf ein liebevolles Zuhause. Eine Adoption oder die Aufnahme eines Kindes wäre für mich ebenfalls ein Weg gewesen, einem bereits geborenen Kind eine Familie und eine Zukunft zu schenken.
Diese Frage richtet sich nicht gegen das Kind oder seine Eltern. Sie richtet sich an die politische Haltung und daran, ob das eigene Handeln mit den öffentlich vertretenen Positionen übereinstimmt. Denn Glaubwürdigkeit beginnt dort, wo Überzeugungen auch dann gelten, wenn man selbst betroffen ist. Genau darin liegt für viele der eigentliche Kern der Debatte.
Ebenso begrüße ich, dass Jens Spahn den CDU-Fraktionsvorsitz abgegeben hat. Unabhängig davon wird nun öffentlich darüber diskutiert, welche weiteren politischen Konsequenzen angemessen wären. Nach meiner persönlichen Auffassung sollte jemand, der erheblich an Vertrauen verloren hat, auch prüfen, ob ein Verbleib im Bundestag noch gerechtfertigt ist.
Politische Verantwortung endet nicht zwangsläufig mit dem Rücktritt von einem Führungsamt. Ihre Doreen Schwietzer
Quelle: tagesschau.de
