21. Oktober 2026

Dänemark macht es vor!

DÄNEMARK MACHT ES VOR: WARUM IST EMPATHIE IN DEUTSCHLAND KEIN FESTES SCHULFACH?


Was wäre, wenn wir in Deutschland neben Mathematik, Deutsch und Englisch auch Empathie als festen Bestandteil des Unterrichts einführen würden? Wenn Kinder nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen lernen, sondern auch, ihre Gefühle zu verstehen, Konflikte friedlich zu lösen und anderen Menschen sowie Tieren mit Respekt zu begegnen?


Ein Blick nach Dänemark zeigt, welchen Stellenwert soziales und emotionales Lernen haben kann. 


Denn die Herausforderungen sind groß: Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben, Unterrichtsausfall, überforderte Lehrkräfte und Schulen, die vielerorts mit erheblichen Problemen kämpfen. Gleichzeitig erleben wir immer wieder Berichte über Gewalt, Mobbing, Respektlosigkeit und gewalttätige Ausschreitungen: Wenn wir auf die Gewaltprobleme in Frankreich und Brüssel sowie auf Fälle wie die Prügelattacke auf einen Jugendlichen in Cottbus blicken, müssen wir auch über Jugendbanden und die Rolle sprechen, die migrantisch geprägte Tätergruppen bei manchen dieser Vorfälle spielen. Wo bleiben Respekt, Mitgefühl und die Achtung vor dem Leben anderer? Aber sie zeigen, wie wichtig Bildung, Erziehung, Orientierung und ein respektvolles Miteinander sind.


Kinder brauchen nicht nur Wissen. Sie brauchen auch Werte, Mitgefühl und soziale Fähigkeiten.


Das sind meine vier Gründe, warum Empathie ein wichtiger Bestandteil unseres Bildungssystems sein sollte:


1. Empathie kann Mobbing und Eskalationen vorbeugen.

→ Kinder lernen, Gefühle bei sich und anderen wahrzunehmen und zu benennen.

→ Sie verstehen besser, welche Folgen verletzende Worte und Handlungen haben.

→ Konflikte können frühzeitig erkannt und friedlicher gelöst werden.

→ Ausgrenzung und Rücksichtslosigkeit kann entgegengewirkt werden.


2. Empathie fördert Respekt und gegenseitiges Verständnis.

→ Kinder lernen, andere Meinungen und Lebensweisen zu respektieren.

→ Sie erfahren, dass Unterschiede kein Grund für Beleidigungen oder Ausgrenzung sind.

→ Sie lernen zuzuhören, statt sofort zu verurteilen.

→ So können Verständnis, Toleranz und gesellschaftlicher Zusammenhalt wachsen.


3. Empathie zeigt sich auch im Umgang mit Tieren und unserer Umwelt. 

→ Kinder lernen, dass Tiere fühlende Lebewesen sind, die Schutz und Fürsorge brauchen.

→ Sie entwickeln ein Bewusstsein für Natur, Umwelt und die Bedürfnisse anderer Lebewesen.

→ Sie erkennen, dass Stärke nicht bedeutet, Schwächere auszunutzen, sondern sie zu schützen.

→ Mitgefühl und Verantwortung können einen achtsameren Umgang mit allem Lebendigen fördern.


4. Empathie macht Kinder stark für das Leben.

→ Sie lernen, ihre eigenen Gefühle zu verstehen und mit ihnen umzugehen.

→ Sie können sich besser in andere hineinversetzen und Verantwortung für ihr Handeln übernehmen.

→ Sie erfahren, dass man Fehler machen, sich entschuldigen und daraus lernen kann.

→ Sie entwickeln wichtige Fähigkeiten, um Beziehungen aufzubauen, Konflikte zu bewältigen und respektvoll miteinander zu leben.


Wir müssen unseren Kindern vorleben, was Respekt bedeutet. Wir müssen ihnen zuhören, Grenzen setzen, Verantwortung vermitteln und ihnen zeigen, dass Stärke nicht darin besteht, andere kleinzumachen, sondern füreinander einzustehen.


Es ist Zeit, Bildung ganzheitlich zu denken. Denn unsere Kinder sind die Gesellschaft von morgen.


Eure Doreen Schwietzer

QUELLEN:

Dänemark – Empathie und Bildung: Dänisches Bildungsministerium⁠

Frankreich – Ausschreitungen: Tagesschau, 18.10.2026⁠ 

Brüssel – Ausschreitungen: Tagesschau, 17.10.2026⁠ 

Cottbus – Jugendlicher geschlagen und beraubt: Radio Cottbus, 08.09.2026⁠